Viele Ukrainer*innen in Deutschland stehen vor der großen Frage: Bleiben, pendeln oder zurückkehren – und es gibt keine einfache, für alle richtige Antwort.
Bleiben, Pendeln oder Rückkehr? – Ein Raum für deine Gedanken
Studien zeigen: Ein Teil der ukrainischen Geflüchteten möchte dauerhaft in Deutschland bleiben, ein Teil denkt über Rückkehr nach, viele sind unsicher und leben „im Dazwischen“. Rückkehrpläne hängen stark vom Kriegsverlauf, der Sicherheit in der Ukraine, von Familie, Arbeit und eigenen Erfahrungen in Deutschland ab – und sie verändern sich mit der Zeit.
1. Bleiben – ein neues Leben aufbauen
- Laut einem gemeinsamen Forschungsbericht von IAB, BAMF und SOEP planen mehr als die Hälfte der befragten Ukrainer*innen, dauerhaft in Deutschland zu bleiben – besonders diejenigen, die später eingereist sind und sich hier schon etwas aufgebaut haben.
- Gute Deutschkenntnisse, Arbeit, stabile Wohnung und schulische Integration der Kinder erhöhen die Bereitschaft, hier eine langfristige Zukunft zu sehen.
Bleiben bedeutet: Rechte klären (Aufenthalt nach § 24, mögliche Wechsel, Niederlassung), Deutsch lernen, Job und Wohnung suchen – und sich erlauben, Wurzeln zu schlagen, ohne die Ukraine zu vergessen.
2. Pendeln – zwischen zwei Welten
- Viele leben faktisch in einer Art „zirkulärer Mobilität“: Sie pendeln zwischen Deutschland und Ukraine oder denken darüber nach – z. B. um Angehörige zu besuchen oder zeitweise zu unterstützen.
- Studien sprechen von „zirkulärer Mobilität“, wenn Menschen weder klassische Rückkehr noch reinen Daueraufenthalt wählen, sondern je nach Lage, Familie und Arbeit hin‑ und herwechseln.
Pendeln kann Chancen bieten (Familienkontakte, Beitrag zum Wiederaufbau), bringt aber auch Unsicherheit beim Aufenthalt, bei Versicherungen und bei der eigenen psychischen Stabilität.
3. Rückkehr – Hoffnung und Risiko
- Europaweite Befragungen zeigen: Rund jede*r Zweite wäre unter bestimmten politischen Bedingungen zur Rückkehr bereit – besonders, wenn die Grenzen von 1991 wiederhergestellt und Sicherheitsgarantien gegeben wären.
- Für viele ist klar: Ohne Sicherheit, Perspektive und funktionierende Infrastruktur in der Ukraine kommt eine Rückkehr nicht in Frage – selbst wenn die Sehnsucht nach der Heimat stark ist.
Rückkehr ist keine „Niederlage“, sondern kann ein selbstbestimmter Schritt sein – aber sie will gut vorbereitet sein (Wohnort, Arbeit, Schule, Gesundheit, Unterstützung vor Ort).
4. Wofür ist dieser Forenbereich da?
Hier im Forum soll ein Platz sein für:
- deine Gedanken und Gefühle: Wo siehst du dich in 1, 3 oder 5 Jahren – in Deutschland, in der Ukraine, dazwischen?
- Erfahrungen von Menschen, die schon eine Entscheidung getroffen haben (Bleiben, Pendeln, Rückkehr) – und was ihnen dabei geholfen oder gefehlt hat.
- Links zu Informationen über Aufenthalt, Rückkehrberatung, zirkuläre Modelle (z. B. Beratungsstellen, BAMF‑Infos, Studien), damit Entscheidungen informiert und nicht aus reiner Angst getroffen werden.
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