In diesem Bereich geht es um die Entwicklung der Frontlinien und darum, wie sich der russische Angriffskrieg auf die unterschiedlichen Regionen der Ukraine auswirkt. Seit Beginn der Vollinvasion im Februar 2022 haben sich die Linien immer wieder verschoben: Russische Truppen konnten zu Beginn weite Teile im Süden und Osten besetzen, wurden jedoch bei Kiew und Charkiw zurückgedrängt, während der Donbass und Teile der Südukraine bis heute hart umkämpft sind. Karten und Lageberichte zeigen, welche Gebiete aktuell unter russischer Besatzung stehen, wo es schwere Gefechte gibt und an welchen Abschnitten die Front eher statisch verläuft.
Ein zentrales Element des Krieges sind Raketen‑ und Drohnenangriffe, mit denen Russland nicht nur militärische Ziele, sondern immer wieder gezielt die Zivilbevölkerung und kritische Infrastruktur angreift. Dazu gehören Attacken auf Wohnhäuser, Krankenhäuser, Energieanlagen und Verkehrsknotenpunkte, die vor allem im Winter auf die systematische Zerstörung der Strom‑ und Wärmeversorgung zielen. UN‑Berichte dokumentieren, dass Drohnen und Brandmunition in frontnahen Gebieten eingesetzt werden, um Menschen zu vertreiben; vielfach werden auch Feuerwehr, Rettungsdienste und andere Ersthelfer angegriffen, was die Versorgung der Zurückgebliebenen zusätzlich erschwert. Für viele Städte bedeutet dies ständige Luftalarme, zerstörte Infrastruktur und einen hohen psychischen Druck auf die Bevölkerung.
Besondere Bedeutung hat die Lage in den Grenzregionen zwischen der Ukraine und Russland sowie in Richtung Belarus. Entlang der Grenze zu Russland – etwa in den Gebieten Charkiw, Sumy oder den russischen Regionen Belgorod und Kursk – kommt es immer wieder zu Artillerie‑ und Drohnenbeschuss, Sabotageaktionen und begrenzten Vorstößen beider Seiten. Die Kämpfe führen dort zu Evakuierungen von Zehntausenden Zivilist*innen, zu Notständen in russischen Grenzgebieten sowie zu massiven Zerstörungen auf beiden Seiten der Grenze. Gleichzeitig verstärkt Belarus nach eigenen Angaben seine Truppen an der Grenze, was die militärische Lage im Norden der Ukraine zusätzlich angespannt und unberechenbar macht.
In der Summe ergibt sich ein Bild eines hoch dynamischen Krieges mit wechselnden Frontverläufen, einem intensiven Luft‑ und Drohnenkrieg und stark belasteten Grenzregionen, in denen Zivilist*innen zwischen Beschuss, Evakuierungen und unsicherer Versorgungslage ausharren müssen. Dieses Unterforum bietet Raum, diese Entwicklungen laufend zu dokumentieren, einzuordnen und ihre Bedeutung für die Menschen in der Ukraine verständlich zu machen.
