Sozialleistungen & Existenzsicherung – welche Möglichkeiten gibt es?
Wenn dein eigenes Einkommen (und das deiner Familie) nicht für Miete, Essen, Strom und das tägliche Leben reicht, kannst du in Deutschland verschiedene Sozialleistungen bekommen. Für viele Geflüchtete aus der Ukraine sind das vor allem Bürgergeld oder Sozialhilfe, bei neu ankommenden Menschen zunehmend auch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
1. Bürgergeld und Sozialhilfe
- Geflüchtete aus der Ukraine, die als schutzberechtigt gelten (z. B. mit Aufenthalt nach § 24 AufenthG) und hilfebedürftig sind, können Bürgergeld (SGB II) oder Sozialhilfe (SGB XII) erhalten.
- Alleinstehende erhalten aktuell rund 563 Euro pro Monat für den Lebensunterhalt, dazu kommen in der Regel Kosten für Unterkunft und Heizung und Krankenversicherung.
- Zuständig ist das Jobcenter (bei erwerbsfähigen Personen) oder das Sozialamt (wenn jemand dauerhaft nicht erwerbsfähig ist).
2. Asylbewerberleistungen (für neu Ankommende)
Für Menschen, die nach bestimmten Stichtagen neu einreisen, sieht die Bundesregierung vor, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu zahlen.
- Diese Leistungen sind niedriger als das Bürgergeld (z. B. ca. 441–455 Euro statt 563 Euro für Alleinstehende) und werden teilweise über Bezahlkarte oder Sachleistungen erbracht.
- Es gibt aber weiterhin Unterstützung für Unterkunft und grundlegende Gesundheitsversorgung.
3. Weitere wichtige Leistungen für Familien
Zusätzlich zu Bürgergeld/Sozialhilfe oder Asylbewerberleistungen können – je nach Aufenthaltstitel – weitere Hilfen möglich sein:
- Kindergeld, ggf. Elterngeld und Unterhaltsvorschuss für Kinder.
- Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) für Kinder und Jugendliche: Klassenfahrten, Lernförderung, Mittagessen in Schule/Kita, Vereinsbeiträge.
- In bestimmten Fällen Mehrbedarfe (z. B. Alleinerziehende, Schwangerschaft) oder einmalige Leistungen, etwa für Erstausstattung einer Wohnung.
4. Wozu ist dieser Thread da?
Hier kannst du:
- Fragen stellen zu Bürgergeld, Asylbewerberleistungen, Sozialhilfe, Kindergeld, BuT usw.
- deine Erfahrungen mit Jobcenter/Sozialamt teilen (z. B. Anträge, Bescheide, Nachforderungen, Sanktionen).
- Tipps geben, was dir bei Anträgen geholfen hat (Unterlagen, Unterstützung durch Beratungsstellen, Übersetzung, Widerspruch).
Bitte schreibe keine vollständigen persönlichen Daten (z. B. BG-Nummer, komplette Aktenzeichen), sondern eher allgemein über deine Situation.
5. Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag kann nur eine erste Orientierung geben und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die genaue Leistungshöhe und Zuständigkeit hängt von vielen Faktoren ab (Aufenthaltsstatus, Einreisedatum, Familiengröße, Einkommen, Vermögen).
Bei Problemen mit Bescheiden, Kürzungen oder Rückforderungen wende dich am besten an eine Migrations- oder Sozialberatungsstelle, einen Flüchtlingsrat oder eine unabhängige Sozialrechtsberatung in deiner Region.
